FX-Fool

Die Idee:

89 Prozent aller Trader verlieren Geld. Zu diesem Schluss kommt die französische „Autorité des marchés financiers“ (AMF) in einer 2014 veröffentlichten Studie. Dabei werden immer wieder die gleichen Fehler an der Börse gemacht: Es fehlt entweder eine funktionierende Handelsstrategie (die Analyse ist das Problem) oder es mangelt an der konsequenten Umsetzung dieser Strategie (der Trader ist das Problem). Die meisten privaten Trader tun sich dabei in einer sehr liquiden Anlageklasse besonders schwer: Währungen. Hier versagen viele Retail Trader regelmäßig und handeln emotional, mit zu großem Hebel und ohne Risikobegrenzung.

Genau hier setzt die Strategie „FX-Fool“ an. Ich analysiere, ob private Investoren tatsächlich long oder short im EURUSD investiert sind. Wenn die Summe aus über 13.000 privaten Tradern den EURUSD long ist, bin ich entsprechend short positioniert. Setzt die Summe aller Retail Trader auf fallende EURUSD-Kurse, bin ich entsprechend Käufer vom EURUSD. Mit dieser Strategie bin ich immer investiert. Ist die Summe der privaten Trader tatsächlich long, bin ich short und vice versa. Es ist kein Stop Loss und kein Take Profit vorgesehen.

Beispiel:

Das Ergebnis der Strategie „FX-Fool“ vom 25.04.2013 bis 09.08.2017:

Warum es funktioniert:

Dass private Trader ohne eine gute Ausbildung häufig Geld an der Börse verlieren ist weitestgehend bewiesen. Als Profi ist es also sinnvoll, sie als Kontraindikator zu verwenden. Anfänger haben per Definition wenig Erfahrung an den Märkten. Dafür haben sie aber häufig absolut überzogene Erwartungen vom schnellen Reichtum an der Börse. Sie verfügen über keine Strategie und zumeist auch wenig Disziplin. Risiko- und Money Management sind ihnen fremd und private Trader verzichten häufig auf die an der Börse so wichtige Diversifikation.

Diese negativen Eigenschaften lassen sie insbesondere an den FX-Märkten regelmäßig versagen. Währungen sind sehr stark Flow-getrieben und verlaufen oft erratisch. Technische Analyse verschafft häufig keinen Vorteil, weil Währungen sehr informationseffizient sind. Zudem werden sie 24 Stunden am Tag gehandelt. Außerdem bieten viele Broker sehr hohe Hebel an. Das macht das Trading für unprofessionelle Markteilnehmer höchst emotional, weil diese mit einem Hebel von 100 schon nach einem Prozent Währungsveränderung in die falsche Richtung einen Totalverlust erleiden. Je stärker Angst und Gier auf den unerfahrenen Trader einwirken, desto stärker neigt er dazu, schlechte Entscheidungen zu treffen.

Daher funktioniert die Strategie „FX-Fool“ besonders gut, wenn Währungsmärkte einen starken Trend ausbilden und sich private Trader viel zu schnell gegen eine fundamentale Bewegung stellen, was häufig der Fall ist. Mit zunehmenden Verlusten werden die Retail Trader immer emotionaler und verbilligen ihre Verlustpositionen häufig bis zum gefürchteten Margin Call.

Für die Strategie „FX-Fool“ sind die Daten von entscheidender Bedeutung. Wichtig ist es, keine Erwartungen von Investoren abzufragen, sondern tatsächlich die realen Portfolios zu analysieren, weil nur dort der emotionale Druck von Geldverlusten vorhanden ist. Ich verwende für die Analyse ausdrücklich keine COT-Daten, weil sich der Commitment of Traders (COT)-Report nur auf gehandelte FX-Futures bezieht. Diese sind für den OTC-Markt für Währungen, bei dem sehr viel über den Interbankenmarkt direkt gehandelt wird, nur von untergeordneter Bedeutung. Man schätzt, dass nur ca. 8% des gesamten täglichen Handelsvolumens von Währungen (aktuell 5.100 Mrd. USD – gemäß Daten der Bank for International Settlements – Stand September 2016) über FX-Futures gehandelt werden.

Die Positionierungsdaten, die ich für diese Strategie verwende, sind freizugänglich und mit einer kurzen Datenhistorie im Internet verfügbar. Allerdings ist es sehr zeit- und arbeitsintensiv gewesen, die Historie von über 4 Jahren mit diesen wertvollen Daten aufzubauen. Daher bitte ich um Verständnis, dass ich meine Quelle nicht öffentlich bekannt geben möchte, sondern nur persönlich mit Tradern teile, denen ich vertraue und mit denen ich zusammenarbeite. Neben meiner Quelle gibt es mittlerweile einige Internetseiten, die die Positionierung ihrer Kunden bereitstellen. Generell ist es eine gute Idee, das Gegenteil dieser privaten Trader zu machen.

Gut:

  • Leicht umzusetzen
  • Funktioniert für alle G10 Währungen
  • Hohe Liquidität in Währungen
  • Sehr geringe Transaktionskosten
  • Eindeutig erklärbar
  • Stabile Resultate über die Zeit

Schlecht:

  • Kurzer Backtest wegen mangelnden Daten
  • Abhängigkeit von der Datenquelle

Interessant:

  • Verbesserung der Strategie durch individuelles Timing möglich
  • Strategie funktioniert besonders gut in ausgeprägten Trendphasen
  • Strategie funktioniert besonders gut bei steigendem Momentum
  • Strategie funktioniert nicht so gut mit den COT (Commitments of Traders)-Daten, weil FX-Futures nur ungefähr 8% des Umsatzes von Währungen ausmachen
  • Strategie funktioniert bei bekannten Währungspaaren, die häufiger gehandelt werden (wie z.B. EURUSD) besser

Wenn Ihnen diese Strategie gefällt, dann teilen Sie diese bitte in den sozialen Medien.